Christoph Tohermes - Thoughts on IT, programming and soft skills

nrwconf - Feedback zum Agententreff

Ich war zugegebenermaßen etwas skeptisch als ich zum ersten Mal von der NRWconf gehört habe. Eine Developerkonferenz für 15€ Eintritt? Kann das funktionieren? Lohnt sich das?

Seit heute bzw. gestern kann ich sagen: JA! Meine Erwartungen wurden weit übertroffen.  Ich habe nicht nur einige sehr interessante Vorträge gehört, sondern vor allem auch einige Leute getroffen, die man sonst nur von Twitter oder als Autoren von Büchern kennt, die man im Schrank stehen hat. Aber der Reihe nach:

Da ich aus beruflichen Gründen nicht am Workshop teilgenommen habe, bin ich Freitag Morgen in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und habe mich auf den Weg nach Wuppertal gemacht. Vor 5 Uhr aufstehen ist einfach nicht mein Ding, was man nicht alles für nen schönen Tag tut. Dort  angekommen kurz ins Hotel und Koffer wegbringen. Am Hotel hat man direkt schon die ersten bekannten Gesichter erblicken können; wie sich herausstellte war das Ibis Wuppertal mit NRWconf’lern besiedelt. Die Eventlocation  „die Börse“ liegt  nur etwa 10 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt, daher habe ich mich entschlossen den Weg zu Fuß anzutreten und nebenbei mal einen Blick auf Wuppertal zu werfen. Hier muss ich ganz ehrlich sagen: Häßlich!  Entschuldigung, aber diese Stadt hat mir bei dem kurzen Einblick nicht eine Reizvolle Facette gezeigt. Aber man war ja auch nicht wegen der Stadt gekommen.

Die Börse wirkt von außen Recht unscheinbar, Innen bietet sie eine ungewöhnliche, aber vielleicht gerade deshalb sehr reizvolle Location für eine Konferenz. Nach der Registrierung bekam man den obligatorischen Teilnehmerausweis, sowie eine Tasche mit Block, Kugelschreiber und Feedbackbogen. Alles recht unspektakulär, aber völlig ausreichend und wenigstens nicht hoffnungslos übertrieben wie auf anderen Veranstaltungen.

Die eigentliche Veranstaltung wurde mit einigen kurzen Worten eröffnet, bevor dann Ingo Dahm die erste Keynote gehalten hat.  Trotz der Dauer von nur etwa 45 Minuten ist es ihm hier gelungen einen sehr vielschichtigen Vortrag zu halten, der die Bedeutung von Sozialen Netzen, Networking und deren Bedeutung für eine Konferenz wie der NRWconf herausstellt und somit eine gelunge Einleitung für die folgenden Vorträge zu schaffen.

Die erste Session die ich mir daraufhin angesehen habe war „ASP.NET Controls für WebForms und MVC“ mit Daniel Fisher (@lennybacon), unterstützt  von Philip Proplesch (@philipproplesch) als CodeMonkey. Ganz abgesehen vom Inhalt („BÖSER VIEWSTATE“) macht es mir sehr viel Spass Daniel auf der Bühne zuzuhören, da er eine sehr unterhaltsame Art des Vortragens hat. Kleinere Lücken wurden einfach nett durch Improvisation überwunden. Wie Ilker so nett twitterte: Smalltalk und Vortrag in einem. Bei der zweiten Session muss ich dann die erste Kritik anbringen: Ich hätte sie fast verpasst. Trotz des Beamers im Treppenhaus habe ich nicht mitbekommen, dass die MSBuild Session von Thorsten Hans(@ThorstenHans) vorverlegt wurde. Hier würde ich mir für die Zukunft eine bessere Lösung wünschen. (Vielleicht Änderungen einfach Twittern?)

Die eigentliche Session war sehr nett. Nach einer groben Beschreibung was MSBuild ist und kann wurde dies auch anhand von Beispielen gezeigt. Im weiteren Verlauf, nahm der Schwierigkeitsgrad dann enorm zu. Es ging um Möglichkeiten von dynamischen Sprachen wie IronRuby in Verbindung mit MSBuild.

Bei der dritten Session habe ich mir eine Pause gegönnt und sie stattdessen mit @Ilkerde, @sebastianachatz, @philipproplesch und @lennybacon in der Lounge verquatscht. Habe ich schonmal erwähnt wie cool es ist Leute zu treffen die man nur von Twitter kennt und festzustellen, dass sie auch noch echt cool drauf sind? Egal. Doppelt hält besser.

Anschließend war Mittagessen angesagt. Das Catering war echt top. Gerade auch angesichts des geringen Preises. Da kann ich nur sagen Hut ab an die Organisatoren. Was sie da auf die Beine gestellt haben war aller erste Sahne. Abgerundet wurde das Essen durch die Lunch Sessions von Michael Willers, Daniel Fisher und Oliver Sturm.

Den zweiten Vortragsteil eröffnete Jan Schenk mit seiner Keynote zum Thema Community, Academic und Co. Worin es unter anderem um das Microsoft Student Partner Programm ging. Eigentlich wollte ich mir im Anschluss hieran die Session von Lars Keller zum Thema VSTO 4 anhören, irgendwie hab ich mich aber mit Jan Schenk verquaselt. Als Student war Förderung nunmal eben doch ein sehr spannendes Thema.

Auch die fünfte Session habe ich dann ausfallen lassen. Zwischendurch gibt’s eben dann auch mal was anderes. Dafür anregende Gespräche mit Teilnehmern und Ausstellern gehabt. Zum Abschluss der Vorträge habe ich mich für den kurzfristig hinzugekommenen Vortrag von Michael Willers entschieden, der LINQ und dessen Ursprünge und Einsatzfelder einmal näher beleuchtet hat. Auch wenn ich einiges bereits kannte, habe ich es nicht bereut, mir diesen Vortrag angehört zu haben, da es gerade bei den Details noch viel neues gab, zumindest für mich.

Die abschließenden Worte von Stephan Oetzel, Daniel Fisher und Constantin Klein waren nett und witzig gehalten. Auch die  verlosten Preise waren nett. Der letzte offizielle Teil des Abends war das Coding Dojo mit Ilker Cetinkaya. Etwas worauf ich mich mit am meisten gefreut habe an diesem Tag. Nach kurzer Einführung  haben wir Lines of Code Counter als Kata bestimmt. Da unter den 13 Teilnehmern keine Einigkeit herrschte, ob Randori oder Prepari Modus, haben wir kurzerhand beides gemacht. 

Während Ilker die Randori gruppe übernahm, hat Sebastian Achatz kurzerhand die Leitung über die Prepari Gruppe übernommen.  Schade fand ich, dass einige sich nicht einmal eine Stunde Zeit genommen habe und so bereits kurz nach beginn die Gruppen dezimiert wurden. Erschwerend hinzu kam außerdem, dass Die wenigsten bereits Erfahrung mit TDD hatten.  Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht ob TDD die richtige Wahl für eine Konferenz Veranstaltung ist, da dass Publikum noch bunter zusammengewürfelt ist und die Besucher gar nicht wissen was sie erwartet. Grade hier könnte ich mir  z.b. auch gut ein Architektur Dojo vorstellen.

Mein persönliches Highlight war eigentlich jedoch der inoffizielle Teil danach. Mit den Veranstaltern und Teilnehmern noch Essen und Trinken zu gehen, war sehr nett, wenn auch, und ich bleibe dabei, Wuppertal als Stadt absolut nicht mein Ding ist. Hier habe ich mir dann wohl auch den ewigen Zorn von Daniels besserer Hälfte zugezogen, ich konnte mir den Spruch "Und nächste mal veranstaltet ihr das ganze einfach in einer vernünftigen Stadt" nicht verkneifen 8[. Nunja, entsprechend spät kamen wir allerdings auch ins Bett. So ging es dann nach einem netten Frühstück mit Stephan Oetzel(@ddorfer_jung), Constantin Klein, Oliver Sturm(@olivers) und Lars Keller(@larskeller) etwas müde auf den Heimweg.

Fazit: Die NRW Conf war ein sehr nettes und vor allem gut organisiertes Event, das nicht nur Wissen vermitteln wollte, sondern vor allem auch die Community Mitglieder in einer lockeren und angenehmen Atmosphäre zusammengebracht hat. Ich persönlich habe einiges gelernt und vor allem endlich die Leute getroffen, die ich bisher nur von Twitter kannte. Ganz nebenbei durch ein wenig Dusel noch eine Lizenz für den Typemock Isolator gewonnen. Ich kann daher nur sagen: Vielen Dank an alle und bis nächstes Jahr!


Posted: Sep 12 2010, 10:31 von ChristophToh | mit 2 comment(s)
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Kommentare

dotnet-kicks.de sagte:

Sie wurden gekickt (eine gute Sache) - Trackback von dotnet-kicks.de

# September 13, 2010 8:13

Daniel Fisher sagte:

Hi Christoph,

Es freut mich wirklich sehr, dass es Dir gefallen hat.

--Daniel

# September 15, 2010 5:31
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