nrwconf - Feedback zum Agententreff
Ich war
zugegebenermaßen etwas skeptisch als ich zum ersten Mal von der NRWconf gehört
habe. Eine Developerkonferenz für 15€ Eintritt? Kann das funktionieren? Lohnt
sich das?
Seit heute
bzw. gestern kann ich sagen: JA! Meine Erwartungen wurden weit
übertroffen. Ich habe nicht nur einige
sehr interessante Vorträge gehört, sondern vor allem auch einige Leute
getroffen, die man sonst nur von Twitter oder als Autoren von Büchern kennt,
die man im Schrank stehen hat. Aber der
Reihe nach:
Da ich aus
beruflichen Gründen nicht am Workshop teilgenommen habe, bin ich Freitag Morgen
in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und habe mich auf den Weg nach Wuppertal
gemacht. Vor 5 Uhr aufstehen ist einfach nicht mein Ding, was man nicht alles für nen schönen Tag tut. Dort angekommen kurz ins Hotel
und Koffer wegbringen. Am Hotel hat man direkt schon die ersten bekannten
Gesichter erblicken können; wie sich herausstellte war das Ibis Wuppertal mit
NRWconf’lern besiedelt. Die Eventlocation „die Börse“ liegt nur etwa 10 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt,
daher habe ich mich entschlossen den Weg zu Fuß anzutreten und nebenbei mal
einen Blick auf Wuppertal zu werfen. Hier muss ich ganz ehrlich sagen:
Häßlich! Entschuldigung, aber diese
Stadt hat mir bei dem kurzen Einblick nicht eine Reizvolle Facette gezeigt.
Aber man war ja auch nicht wegen der Stadt gekommen.
Die Börse
wirkt von außen Recht unscheinbar, Innen bietet sie eine ungewöhnliche, aber
vielleicht gerade deshalb sehr reizvolle Location für eine Konferenz. Nach der
Registrierung bekam man den obligatorischen Teilnehmerausweis, sowie eine
Tasche mit Block, Kugelschreiber und Feedbackbogen. Alles recht unspektakulär,
aber völlig ausreichend und wenigstens nicht hoffnungslos übertrieben wie auf
anderen Veranstaltungen.
Die
eigentliche Veranstaltung wurde mit einigen kurzen Worten eröffnet, bevor dann
Ingo Dahm die erste Keynote gehalten hat.
Trotz der Dauer von nur etwa 45 Minuten ist es ihm hier gelungen einen
sehr vielschichtigen Vortrag zu halten, der die Bedeutung von Sozialen Netzen,
Networking und deren Bedeutung für eine Konferenz wie der NRWconf herausstellt
und somit eine gelunge Einleitung für die folgenden Vorträge zu schaffen.
Die erste
Session die ich mir daraufhin angesehen habe war „ASP.NET Controls für WebForms
und MVC“ mit Daniel Fisher (@lennybacon), unterstützt von Philip Proplesch (@philipproplesch) als
CodeMonkey. Ganz abgesehen vom Inhalt („BÖSER VIEWSTATE“) macht es mir sehr
viel Spass Daniel auf der Bühne zuzuhören, da er eine sehr unterhaltsame Art
des Vortragens hat. Kleinere Lücken wurden einfach nett durch Improvisation
überwunden. Wie Ilker so nett twitterte: Smalltalk und Vortrag in einem. Bei der
zweiten Session muss ich dann die erste Kritik anbringen: Ich hätte sie fast
verpasst. Trotz des Beamers im Treppenhaus habe ich nicht mitbekommen, dass die
MSBuild Session von Thorsten Hans(@ThorstenHans) vorverlegt wurde. Hier würde ich mir für die
Zukunft eine bessere Lösung wünschen. (Vielleicht Änderungen einfach Twittern?)
Die
eigentliche Session war sehr nett. Nach einer groben Beschreibung was MSBuild
ist und kann wurde dies auch anhand von Beispielen gezeigt. Im weiteren
Verlauf, nahm der Schwierigkeitsgrad dann enorm zu. Es ging um Möglichkeiten
von dynamischen Sprachen wie IronRuby in Verbindung mit MSBuild.
Bei der
dritten Session habe ich mir eine Pause gegönnt und sie stattdessen mit @Ilkerde,
@sebastianachatz, @philipproplesch und @lennybacon in der Lounge verquatscht.
Habe ich schonmal erwähnt wie cool es ist Leute zu treffen die man nur von
Twitter kennt und festzustellen, dass sie auch noch echt cool drauf sind? Egal.
Doppelt hält besser.
Anschließend
war Mittagessen angesagt. Das Catering war echt top. Gerade auch angesichts des
geringen Preises. Da kann ich nur sagen Hut ab an die Organisatoren. Was sie da
auf die Beine gestellt haben war aller erste Sahne. Abgerundet wurde das Essen
durch die Lunch Sessions von Michael Willers, Daniel Fisher und Oliver Sturm.
Den zweiten
Vortragsteil eröffnete Jan Schenk mit seiner Keynote zum Thema Community,
Academic und Co. Worin es unter anderem um das Microsoft Student Partner
Programm ging. Eigentlich wollte ich mir im Anschluss hieran die Session von
Lars Keller zum Thema VSTO 4 anhören, irgendwie hab ich mich aber mit Jan
Schenk verquaselt. Als Student war Förderung nunmal eben doch ein sehr
spannendes Thema.
Auch die
fünfte Session habe ich dann ausfallen lassen. Zwischendurch gibt’s eben dann
auch mal was anderes. Dafür anregende Gespräche mit Teilnehmern und Ausstellern
gehabt. Zum Abschluss der Vorträge habe ich mich für den kurzfristig
hinzugekommenen Vortrag von Michael Willers entschieden, der LINQ und dessen
Ursprünge und Einsatzfelder einmal näher beleuchtet hat. Auch wenn ich einiges
bereits kannte, habe ich es nicht bereut, mir diesen Vortrag angehört zu haben,
da es gerade bei den Details noch viel neues gab, zumindest für mich.
Die
abschließenden Worte von Stephan Oetzel, Daniel Fisher und Constantin Klein
waren nett und witzig gehalten. Auch die
verlosten Preise waren nett. Der letzte
offizielle Teil des Abends war das Coding Dojo mit Ilker Cetinkaya. Etwas
worauf ich mich mit am meisten gefreut habe an diesem Tag. Nach kurzer
Einführung haben wir Lines of Code
Counter als Kata bestimmt. Da unter den 13 Teilnehmern keine Einigkeit herrschte,
ob Randori oder Prepari Modus, haben wir kurzerhand beides gemacht.
Während Ilker
die Randori gruppe übernahm, hat Sebastian Achatz kurzerhand die Leitung über
die Prepari Gruppe übernommen. Schade
fand ich, dass einige sich nicht einmal eine Stunde Zeit genommen habe und so
bereits kurz nach beginn die Gruppen dezimiert wurden. Erschwerend hinzu kam
außerdem, dass Die wenigsten bereits Erfahrung mit TDD hatten. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht ob TDD die
richtige Wahl für eine Konferenz Veranstaltung ist, da dass Publikum noch
bunter zusammengewürfelt ist und die Besucher gar nicht wissen was sie
erwartet. Grade hier könnte ich mir z.b.
auch gut ein Architektur Dojo vorstellen.
Mein persönliches
Highlight war eigentlich jedoch der inoffizielle Teil danach. Mit den
Veranstaltern und Teilnehmern noch Essen und Trinken zu gehen, war sehr nett,
wenn auch, und ich bleibe dabei, Wuppertal als Stadt absolut nicht mein Ding
ist. Hier habe ich mir dann wohl auch den ewigen Zorn von Daniels besserer Hälfte zugezogen, ich konnte mir den Spruch "Und nächste mal veranstaltet ihr das ganze einfach in einer vernünftigen Stadt" nicht verkneifen 8[. Nunja, entsprechend
spät kamen wir allerdings auch ins Bett. So ging es dann nach einem netten
Frühstück mit Stephan Oetzel(@ddorfer_jung), Constantin Klein, Oliver Sturm(@olivers) und Lars Keller(@larskeller)
etwas müde auf den Heimweg.
Fazit: Die
NRW Conf war ein sehr nettes und vor allem gut organisiertes Event, das nicht
nur Wissen vermitteln wollte, sondern vor allem auch die Community Mitglieder
in einer lockeren und angenehmen Atmosphäre zusammengebracht hat. Ich
persönlich habe einiges gelernt und vor allem endlich die Leute getroffen, die
ich bisher nur von Twitter kannte. Ganz nebenbei durch ein wenig Dusel noch eine Lizenz für den Typemock Isolator gewonnen. Ich kann daher nur sagen: Vielen Dank an
alle und bis nächstes Jahr!