Verwandlung zum ersten Architektur-Dojo mit Ralf und Stefan

Ich berichte noch heute von dem Ereignis der Verwandlung. Es war als Coding-Dojo geplant gewesen. Weiß jeder, was ein Coding-Dojo ist? Zu Beginn gibt es eine Kata, eine kleine Aufgabe, die es zu lösen gilt. Dazu gehören alle Schritte von der Planung und dem Durchdenken der gesamten Aufgabe bis hin zum entwickelten Code. Einige japanische Begriffe kannte ich noch von meinen früheren Judo-Kursen.

Es war nicht das erste mal, dass Ralf und Stefan ein solches Coding-Dojo durchführten. Es war aber das erste mal, dass wir eigentlich gar nicht kodierten, sondern uns viel mehr über die Architektur unterhielten. Abgesehen von einer Person, die total heiß drauf war mal wieder was zu kodieren, waren alle sehr zufrieden mit dem Ergebnis, auch ohne eine Zeile Code geschrieben zu haben. Selbst Ralf und Stefan waren begeistert. Die beiden lernen auch bei jedem Dojo immer wieder etwas Neues.

Bei der Aufgabe ging es darum, spezielle Textdateien einzulesen und zu konvertieren (sie nannten es BankOCR). Mehr verrat ich aber nicht, da ich Ralf und Stefan sowie auch den Teilnehmern den Spaß an der Aufgabe nicht verderben möchte.

Im Endeffekt dauerte unsere Architektur natürlich viel zu lange. 20 Leute brauchten für die Architektur ca. 3 Stunden. Das war aber auch gar nicht schlimm, weil es nicht um die Zeit ging, sondern um die Flut an Erkenntnissen und Sichtweisen der einzelnen Teilnehmer. Es wurde schnell klar, dass eines der Kernprobleme weder die .NET oder C#-Fähigkeiten waren, sondern eher viel mehr die unterschiedlichen Ansatzpunkte und Verständnissschwierigkeiten. Einer sagte, “das könnte man Zahl nennen”, dann sagte der nächste, “ja aber wie nennen wir dann das hier?” Allein die Begrifflichkeiten zu ermitteln dauerte seine Zeit. Es ging dabei aber nicht, wie auch später einstimmig erkannt wurde, um ein stupides Glossar. Es ging um einheitliche Begriffe, die jeder benutzen konnte sowie die Verbindungen zwischen den Begriffen untereinander. Dies bildete eine wunderbare Grundlage für spätere Objekte bzw. Objektbezeichnungen im Code (wenn man denn entwickelt hätte… :-)).

Ralf bemerkte gegen Ende, dass ja theoretisch anhand unserer Begriffsbildung ganz zu Beginn auch der Lösungsansatz sehr nah an diese Begriffe und den Zusammenhängen angelehnt war. Er stellte voller Erstaunen fest, dass, hätte man am Anfang andere Begriffe gewählt und somit auch andere Zusammenhänge, oder vllt. auch deteilliertere Begriffe, so wäre unter Umständen eine gänzlich andere Lösung am Ende entstanden.

Für mich bleibt als Fazit zu sagen. Mir hat es Spaß gemacht alle unterschiedlichen Denkansätze zu hören und nachzuvollziehen. Ich bin fast gar nicht hinterhergekommen mit mitschreiben, somit konnte ich mich selbst leider nicht so sehr beteiligen… Das hat aber auch niemanden gestört.

In ein paar Wochen geht es weiter, hier in Berlin… Man darf gespannt sein.

Published 05 August 2010 11:31 von Dosihris

Kommentare

# dotnet-kicks.de said on 05 August, 2010 11:54

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Nico Franze Herzlich Willkommen auf meinem Blog. Ich bin Nico, freier Softwareentwickler sowie Autor für Fachzeitschriften. Hab mit .NET Version 1.0 begonnen (damals noch VB.Net) und bin dann schlussendlich bei C# gelandet. Mehr Infos gibts unter www.nfranze.de


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