.NET Open Space vom 17.10. bis 18.10.2009 in Leipzig

1und1 - Mein Horrorerlebnis

Ich möchte nun mal etwas Abseits von Bits und Bytes von meiner neuesten Erfahrung mit meinem Internet-Service-Provider 1und1 berichten.

Gestern am späten Nachmittag kam ich auf die Idee meine Kontoauszüge online zu überprüfen. Ich hatte mich lange gewehrt online meine Transaktionen durchzuführen, aber Schlussendlich hatten doch die Umstände gesiegt, dass ich wegen kleineren Überweisungen in die Stadt musste. Nun hatte ich schon am Freitag von meinem Kontoticker eine Nachricht über eine Abbuchung von ca. 360€ bekommen, mich aber nicht weiter gewundert, da das ungefähr dem Betrag entsprach, den ich vergangen Monat über meine Kreditkarte ausgegeben hatte.

Nun wollte ich es aber dann gestern doch genau wissen und ging in meinen Online-Account. Als ich dann eine 360€ schwere Rechnung von 1und1 sah musste ich erst einmal schlucken. Ich war wütend, verwirrt und entsetzt zugleich. Hatte ich doch als Vertragsart eine Flatrate für Telefon und Internet. Was war schief gegangen. Ein Blick in die Rechnung, die ich bereits am 02.09. erhalten hatte verriet mir den Grund. Ich hatte die Rechnung noch nicht eingesehen, da es für mich sowieso immer die gleichen Beträge sind.

Nun stand da etwas von Mehrfachbuchung pro Minute mit 1,2 Cent. Ich rechnete mir das aus und es stimmte. Aber was konnte da schief gegangen sein? Meine Daten habe ich nie an dritte weiter gegeben. Mein WLAN ist WPA2 gesichert (gut ich weiß, es gibt Hacker). Aber ich bin mir keiner Schuld bewußt. Ich ging natürlich sofort online und änderte meine Zugangsdaten. Den WPA2 Schlüssel habe ich dann heute auch noch geändert. Aus meiner Fritz!Box wollte ich die Verbindungsprotokolle abrufen, fand da aber nichts. Mal beim AVM-Support nachfragen, oder ins Handbuch schauen.

Ein Anruf beim Kundenservice musste mich auf heute morgen trösten, da der Anruf "ausserhalb der Geschäftszeiten" stattfand. Heute morgen dann das 25 Minuten-Telefonat zu je 24 Cent die Minute. Gesamtkosten ca 6€, wobei die Anfangszeit bis ich verbunden wurde kostenlos war.

Der Telefonservice der Rechnungsstelle konnte mir nicht weiter helfen, da es sich offensichtlich um einen vermeintlichen "Missbrauch" meinerseits handele. Ich hatte eine Technische Störung in Verdacht, wusste ich doch, dass ich mir nichts zu Schulden hatte kommen lassen. Der Techniker ging daraufhin mit mir per Ferndiagnose meine Einstellungen in der Fritz!Box durch. Ergebnis: Alles bestens! Seine Anfrage, ob ich meinen Router mit den Zugangsdaten verkauft hatte und meine Daten dadurch weiter gegeben hatte konnte ich nur verneinen. Das wäre schließlich von mir grob fahrlässig gewesen und der Ärger wäre unberechtigt.

Dem Techniker war ein Problem mit Mehrfachbuchung bekannt und sagte mir, er gäbe diese Informationen an den Carrier Telefonica weiter, über den das Signal von 1und1 an meinen Anschluss kommt. Nachdem dies geklärt war wollte ich von dem Telefonservice in der Rechnungsstelle meine Kosten erstattet haben. Die freundliche Dame erklärte mir das ginge nicht, da sie laut ihren Abbuchungsprotkollen einen Missbrauch festgestellt hatten und ich, solange keine technische Störung ihrerseits ersichtlich wäre, keine Anspruch darauf hätte. Ein entsprechendes Schreiben wäre an mich gegangen mit der Aufforderung diesen Umstand zu überprüfen.

Leider habe ich keine Aufforderung per Brief bekommen. Nun kann das wirklich so ein dummer Zufall sein, da es das dreiviertel Jahr in dem ich nun in Nürnberg wohne vorgekommen ist, das Briefkorrespondenz zu mir und meiner Frau von der Post verloren ging. Das war bisher wenig tragisch, da sich derjenige immer wieder fragend an uns wandte. Nun ist es jedoch sehr tragisch, wie dieser Vorfall zeigt.

Das brachte mich dann letztendlich vollkommen in Rage und ich reagierte nun mit etwas erboster Stimme da ich stink sauer sei und verlangte nach einem Entscheidungsträger. Diesem Aufruf kam sie natürlich nicht entgegen, ich kann sie ja verstehen, sie hat auch nur ihre Anweisungen. Ich solle mich schriftlich an 1und1 wenden, nur so ginge das seinen Lauf.

Also tat ich das und habe gleich im Anschluss heute Mittag eine E-Mail an den Support mit der Bitte um Klärung geschickt. Die E-Mail war auch nicht sonderlich freundlich sonder sehr fordernd. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Dort habe ich mir rechtliche Schritte vorbehalten und darauf hingewiesen mit diesem Fall an die Presse zu gehen.

Ein Ultimatum mit schriftlicher Bestätigung habe ich auch gestellt - bis Ende der Woche - danach werde ich die von mir genannten Schritte einleiten. Ich werde das schreiben zur Sicherheit auch noch einmal als Brief per Einschreiben-/Rückschein und Gegenzeichung aufsetzen, sodass dieser Vorgang Wasserdicht ist.

 

Die frage an euch liebe Leser: War ich zu forsch?

Published Montag, 8. September 2008 14:07 von Rainer Schuster

Kommentare

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 14:26 von Rainer Hilmer

Wie es der Zufall will, habe ich am Wochenende C't TV geschaut. Dort ging es um einen O2-Vertrag und um ein zusätzliches Abo, das aus dem Vertrag aber nicht hervorging. Der Fachmann riet, die Rechnung nicht zu bezahlen (rückbuchen). O2 wird darauf hin klagen, aber das ist der Sinn der Sache. Der Kläger (O2) ist beweispflichtig! In deinem Fall hieße das, 1und1 müßte dir den Mißbrauch nachweisen - was sie wohl nicht können. Nun bin ich kein Rechtsanwalt. Ich würde mir an deiner Stelle professionellen Rat holen.

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 14:36 von slieser

Du kannst die Lastschrift widerrufen (ich glaube 6 Wochen lang). Dann hast du dein Geld wieder, überweist den Betrag den du für rechtmäßig hälst, kündigst die Einzugsermächtigung, und bittest 1&1 dir nachzuweisen warum sei einen höheren Betrag haben wollen.

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 14:39 von Gordon Breuer

Ich werde mich hüten dir hier einen "rechtlichen Rat" zu erteilen.. bin kein Anwalt. ;)

"Cyron" hat aber gar nicht so unrecht mit dem was er sagt: Rückbuchen lassen und aussitzen wäre die sicherste Methode da du damit die Beweislast umdrehst: 1&1 müsste bei rechtlichen Schritten deine Mehrfachnutzung beweisen. Klarer Nachteil: Du hast bis zur endgültigen Klärung eine offene Rechnung was 1&1 zum Anlass nimmt deinen Anschluss zu sperren.

Mir erging es vor kurzem ähnllich mit denen. Am Anfang war ich durchaus noch ruhig und kooperativ in meinen Mails, aber nach rund einer Woche täglichen Hin- und Her-Mailen wurde mein Tonfall auch "ungehalten". Was aber im übrigen nichts bewirkt - 1&1 wird dir vermutlich weiterhin nur aus Standard-Textblöcken bestehende Nachrichten zusenden. Selbst als ich die Schn... äh.. Nase voll hatte und meine Einzugsermächtigung wiederrief (was laut AGB 1&1 zur fristlosen Kündigung ermächtigt - worauf ich hinaus wollte) haben sie mich ohne Zögern auf Überweisung umgestellt. Habe zwischenzeitlich ordentlich gekündigt (30.09. bin ich sie los!).

Mein Rat: Nicht zu sehr aufregen und schonmal im Geiste das Geld abschreiben. Recht haben und Recht bekommen sind leider zwei unterschiedliche Dinge - und ein Gerichtsverfahren (falls es dazu kommt) ist teuer und birgt leider ein gewisses Risiko (das du verlierst und auf den zehnfachen Kosten sitzenbleibst).

So far... (und noch viel Erfolg, halt uns auf dem Laufenden!)

Gordon

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 14:41 von Rainer Schuster

Das Problem bei 1und1 ist, dass laut ihren AGB nur eine Zahlung per Einzugsermächtigung möglich ist. Meine vertraglich Gebundene Laufzeit beträgt 2 Jahre. Vetragsbegin liegt in 12/2007 . Das hätte eine Sperre meines Vertrages zur Folge. Diese werde ich dann wohl in Kauf nehmen. Aber wohl der einzige Weg.

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 14:49 von Jürgen Gutsch

Hallo Rainer,

zu forsch warst du auf keinen Fall. Ich bin der Meinung die Leute die es betrifft, sollen durchaus merken das man verärgert ist.

Ich würde dir auch vorschlagen dich von einem Anwalt beraten zu lassen.

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 15:03 von Rainer Schuster

Ich habe der Rechnungsstelle den Vorschlag gemacht meine "ordentliche" Rechnung zu korrigieren und mir diese in Rechnung zu stellen. Gleichzeitig habe ich den Vorschlag gemacht das ich meine Bank veranlassen werde den Betrag zurückbuchen zu lassen. Sollte mir 1und1 mit diesem vorgehen nicht entgegen kommen werde ich wie von euch und in meiner Forderung schon beschrieben das ganze zurückbuchen lassen.

Wenn ihr irgendwann nichts mehr von mir hört, wisst ihr dann das der Zugang gesperrt wurde ;-)

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 15:04 von Rainer Schuster

@Jürgen: Das Problem an der Geschichte ist, dass ich (noch - wird sich dann ab sofort ändern) keinen Rechtsschutz besitze.

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 17:42 von Jan Welker

Hallo Rainer,

wäre echt schade um das Geld, ich drücke dir alle Daumen die ich habe, damit du aus der Sache wieder raus kommst.

Rate mal was ich eben im Briefkasten gefunden habe? 1und1 Werbung für Telefon und DSL :-)*im hohen Bogen in den Papierkorb werf*

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Montag, 8. September 2008 17:54 von Rainer Schuster

Meiner etwas nicht ganz freundlichen E-Mail an den Support folgt nun ein seriöser Brief per einschreiben, indem ich 1und1 ein Ultimatum stelle und zur Aufklärung der Vorfalls bis Ende nächster Woche 19.09. bitte.

Weiterhin teile ich darin mit, dass ich mit dem geforderten Betrag nicht einverstanden bin und lasse von meiner Bank den per Lastschrift eingezogenen Betrag stornieren (meine Bank hat mir eine maximale Stornierungsfrist von 6 Wochen bestätigt).

Zusätzliche informiere ich in diesem Schreiben 1und1 dass ich ihnen zur Erfüllung der von ihnen erbrachten Leistung einen Betrag von 40,27€ (der real wirklich stattgefunden hat) überweise um den entgeltlichen Forderungen gegenüber 1und1 gerecht zu werden.

Sollte sich im nachträglich herausstellen, dass mein Datenschutz verletzt wurde, werde ich eine sofortige, ausserordentliche Kündiung erwirken.

Hoffe es geht alles gut.

... wieder etwas beruhigter.

Grüße,

Rainer

# re: 1und1 - Mein Horrorerlebnis

Dienstag, 7. Oktober 2008 18:18 von Rainer Schuster

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich eine Gutschrift von 317€ ... und eine Entschuldigung für in form von "da hat sich wohl eine Kleiner Fehler eingeschlichen" erhalten.

Fazit: Ich sollte mich nicht immer gleich aufregen, sondern erst einmal nachfragen. Kündigen werde ich meine Anschluss trotzdem. Das ist für mich keine Tragbare Leistung

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