Ich möchte nun mal etwas Abseits von Bits und Bytes von meiner neuesten Erfahrung mit meinem Internet-Service-Provider 1und1 berichten.
Gestern am späten Nachmittag kam ich auf die Idee meine Kontoauszüge online zu überprüfen. Ich hatte mich lange gewehrt online meine Transaktionen durchzuführen, aber Schlussendlich hatten doch die Umstände gesiegt, dass ich wegen kleineren Überweisungen in die Stadt musste. Nun hatte ich schon am Freitag von meinem Kontoticker eine Nachricht über eine Abbuchung von ca. 360€ bekommen, mich aber nicht weiter gewundert, da das ungefähr dem Betrag entsprach, den ich vergangen Monat über meine Kreditkarte ausgegeben hatte.
Nun wollte ich es aber dann gestern doch genau wissen und ging in meinen Online-Account. Als ich dann eine 360€ schwere Rechnung von 1und1 sah musste ich erst einmal schlucken. Ich war wütend, verwirrt und entsetzt zugleich. Hatte ich doch als Vertragsart eine Flatrate für Telefon und Internet. Was war schief gegangen. Ein Blick in die Rechnung, die ich bereits am 02.09. erhalten hatte verriet mir den Grund. Ich hatte die Rechnung noch nicht eingesehen, da es für mich sowieso immer die gleichen Beträge sind.
Nun stand da etwas von Mehrfachbuchung pro Minute mit 1,2 Cent. Ich rechnete mir das aus und es stimmte. Aber was konnte da schief gegangen sein? Meine Daten habe ich nie an dritte weiter gegeben. Mein WLAN ist WPA2 gesichert (gut ich weiß, es gibt Hacker). Aber ich bin mir keiner Schuld bewußt. Ich ging natürlich sofort online und änderte meine Zugangsdaten. Den WPA2 Schlüssel habe ich dann heute auch noch geändert. Aus meiner Fritz!Box wollte ich die Verbindungsprotokolle abrufen, fand da aber nichts. Mal beim AVM-Support nachfragen, oder ins Handbuch schauen.
Ein Anruf beim Kundenservice musste mich auf heute morgen trösten, da der Anruf "ausserhalb der Geschäftszeiten" stattfand. Heute morgen dann das 25 Minuten-Telefonat zu je 24 Cent die Minute. Gesamtkosten ca 6€, wobei die Anfangszeit bis ich verbunden wurde kostenlos war.
Der Telefonservice der Rechnungsstelle konnte mir nicht weiter helfen, da es sich offensichtlich um einen vermeintlichen "Missbrauch" meinerseits handele. Ich hatte eine Technische Störung in Verdacht, wusste ich doch, dass ich mir nichts zu Schulden hatte kommen lassen. Der Techniker ging daraufhin mit mir per Ferndiagnose meine Einstellungen in der Fritz!Box durch. Ergebnis: Alles bestens! Seine Anfrage, ob ich meinen Router mit den Zugangsdaten verkauft hatte und meine Daten dadurch weiter gegeben hatte konnte ich nur verneinen. Das wäre schließlich von mir grob fahrlässig gewesen und der Ärger wäre unberechtigt.
Dem Techniker war ein Problem mit Mehrfachbuchung bekannt und sagte mir, er gäbe diese Informationen an den Carrier Telefonica weiter, über den das Signal von 1und1 an meinen Anschluss kommt. Nachdem dies geklärt war wollte ich von dem Telefonservice in der Rechnungsstelle meine Kosten erstattet haben. Die freundliche Dame erklärte mir das ginge nicht, da sie laut ihren Abbuchungsprotkollen einen Missbrauch festgestellt hatten und ich, solange keine technische Störung ihrerseits ersichtlich wäre, keine Anspruch darauf hätte. Ein entsprechendes Schreiben wäre an mich gegangen mit der Aufforderung diesen Umstand zu überprüfen.
Leider habe ich keine Aufforderung per Brief bekommen. Nun kann das wirklich so ein dummer Zufall sein, da es das dreiviertel Jahr in dem ich nun in Nürnberg wohne vorgekommen ist, das Briefkorrespondenz zu mir und meiner Frau von der Post verloren ging. Das war bisher wenig tragisch, da sich derjenige immer wieder fragend an uns wandte. Nun ist es jedoch sehr tragisch, wie dieser Vorfall zeigt.
Das brachte mich dann letztendlich vollkommen in Rage und ich reagierte nun mit etwas erboster Stimme da ich stink sauer sei und verlangte nach einem Entscheidungsträger. Diesem Aufruf kam sie natürlich nicht entgegen, ich kann sie ja verstehen, sie hat auch nur ihre Anweisungen. Ich solle mich schriftlich an 1und1 wenden, nur so ginge das seinen Lauf.
Also tat ich das und habe gleich im Anschluss heute Mittag eine E-Mail an den Support mit der Bitte um Klärung geschickt. Die E-Mail war auch nicht sonderlich freundlich sonder sehr fordernd. Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen. Dort habe ich mir rechtliche Schritte vorbehalten und darauf hingewiesen mit diesem Fall an die Presse zu gehen.
Ein Ultimatum mit schriftlicher Bestätigung habe ich auch gestellt - bis Ende der Woche - danach werde ich die von mir genannten Schritte einleiten. Ich werde das schreiben zur Sicherheit auch noch einmal als Brief per Einschreiben-/Rückschein und Gegenzeichung aufsetzen, sodass dieser Vorgang Wasserdicht ist.
Die frage an euch liebe Leser: War ich zu forsch?