.NET Open Space vom 17.10. bis 18.10.2009 in Leipzig

Architektur Roundtripp - Ein Wochen-Review

Nachdem ich schon vor einigen Monaten immer mal wieder etwas über DDD gehört und gelesen hatte (meine Amazon Wunschliste ist voll mit Patterns- und DDD Büchern) habe ich nun mit dem Quickguide und den Videos von Eric Evans begonnen, wie im letzten Post berichtet.

Was hat sich diese Woche noch so getan? Also ich bin meinem Schritt DDD zu reflektieren ein großes Stück näher gekommen. Wenn sich alles so weiter entwickelt, wie ich mir das Wünsche, werde ich auf der .NET Open Space am 19.10. fit genug sein um mit den dort Anwesenden zu diskutieren. Darauf freue ich mich schon sehr, da ich weiß, dass solche persönlichen Treffen einen weitaus höheren Gehalt besitzen, als über Blogs und Newsgroups zu kommunizieren.

An dieser Stelle möchte ich mich schon mal sehr bei allen ALTNETDE Usern für ihre tatkräftige Unterstützung bedanken und gleichzeitig etwas Werbung für die ALT.NET Gemeinde in Deutschland machen. Neben den eher theoretischen Diskussionen zu DDD sind ja vor allem auch Technologiethemen sehr gefragt.

Im Bereich Technologie konzentriere ich mich momentan vor allem auf ORM. Aus der ganze OR-Vielfalt kristallisieren sich für mich NHibernate (NH) und das EntityFramework (EF) heraus, wobei ich NH in der jetzigen Version als kompetenter ansehe. Das alles aus dem Gesichtspunkt, eine gute Architektur aufbauen zu können. Sollte an sich auch kein Wunder sein, da es doch auf die Erfahrungen und Entwicklungen aus der Java-Welt zurückgreifen kann. NH stellt meiner Meinung nach momentan einfach das bessere Framework dar, um DDD als Pattern erfolgreich anzuwenden.

Das soll nicht heißen, dass ich andere ORM kategorisch ablehne und diese nicht geeignet sind. Ich bin gerade heute über David Haydens Blog auf einen Post gestoßen, indem ein Adapter für das EF gezeigt wird, um damit das Repository Pattern (siehe Fowler PoEAA) abbilden zu können. Sebastian Jancke hat mich gestern auf einen Artikel von Jeffry Palermo über seine so genannte Onion Architektur (und folgende) aufmerksam gemacht, den sich unbedingt alle durchlesen sollten, die mit Architektur etwas anfangen können und wollen.

Mit der nächsten Version 2.1 von NH wird LinqToNHibernate einzug halten. Das wird dem Projekt sicher noch einmal einen Boost geben, liegt doch LINQ momentan so im Trend. Ich selbst verfolge das ganze mit Spannung, da ich auch ein großer Fan von Oren 'Ayende Rahien' Eini bin, der für die Implementierung verantwortlich ist.

Und so schließt sich der Kreis. Von den ersten sinnvollen Gehversuchen mit NH und EF und dem Erforschen einer Architektur die auf Jahre gesehen wartbar und erweiterbar bleibt komme ich immer wieder auf DDD. Ein Allerheilmittel wird auch DDD nicht sein, denn gerade im Bereich Persistierung habe ich das Gefühlt gibt es noch so seine Schwierigkeiten im Model. Änderungen am Schema zum speichern der Daten (z.B. der Sql-Datenbank) sind schwer zu vermitteln und in die Architektur zu implementieren. Sie sind aber weder unmöglich, noch so extrem, dass sie hier ein negatives Licht auf DDD werfen würden.

Es geht ja auch nicht darum, komplexe Vorgänge durch einfache zu ersetzen. Dafür sind sie eben komplex! Es geht darum diese Komplexität, die in allen Belangen und Schichten in der Architektur entsteht besser begreiflich zu machen und letztendlich in den Griff zu bekommen. Losgelößt von dem ganzen Technologie-Hype.

Ja wann lohnt es sich denn, neue Technologien zu lernen und einzusetzen? Ralf Westphal hat sich erst kürzlich darüber in der Aschenputtel-Strategie schon seine Gedanken gemacht. DDD hilft uns diese Technologie-Barrieren zu überwinden und uns auf das zu konzentrieren, was wir schon seit Jahren, einige schon seit Jahrzehnten machen, nämlich Software. Und zwar wollen wir der Software sagen was wie zu funktionieren hat und nicht umgekehrt.

Ich selbst bin jetzt seit genau 10 Jahren in diesem Business. Am 01.09.1998 habe ich meine Ausbildung als Fachinformatiker begonnen und sie drei Jahre später erfolgreich beendet. In den letzten 10 Monaten habe ich wohl das bisher meiste gelernt, was gutes Softwaredesign angeht. Ich denke das kommt auch immer darauf an, woran jeder selbst glaubt und ob die anderen an einen Glauben. Jeder der sich jetzt fragt "Bin ich dafür geeignet" dem kann ich diese Frage mit ja beantworten.

Vor kurzem erst von einem Forums-Mitglied zum Profi "geadelt", würde ich mich selbst als eher bescheiden ansehen, da ich noch soviel zu lernen habe. Selten sehe ich noch was hinter mir liegt, zumindest den Aufwand nicht. Was ich geleistet habe wird mir schon immer wieder bewußt. Aber viel mehr konzentriere ich mich darauf, was vor mir liegt und wie ich das, was nicht optimal läuft, noch runder machen kann. Und im Moment scheine ich ein gute Kreisschablone in DDD gefunden zu haben.

An alle da draußen, Danke für die sagenhaft gute Unterstützung innerhalb der ALT.NET Gemeinde. Ich finde es schön, nicht vom Kapitalismus und dem Geld getrieben zu sein, wie es ja in unserer Gesellschaft leider zu oft der Fall ist, sondern bei ALTNET-lern immer ein offenes Ohr zu finden. Hier steht die Hilfsbereitschaft und nicht das Kapital aus dem Mainstream im Vordergrund. So erlebe ich das zumindest in der deutschen ALT.NET. Ich erlebe ALT.NET und viele OpenSource Kontributoren als eine Art Soziale Gemeinde.

"Keep on the good stuff!"

Published Freitag, 12. September 2008 12:30 von Rainer Schuster

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