Rainer Schuster - Bin ich? wie, wer, was?

Eigentlich rede ich in der Öffentlichkeit nicht über mich selbst. Und dann schon gar nicht in der zweiten oder dritten Person. Warum? Weil es unwichtig ist. Ich bin, hier und jetzt. Mehr ist nicht wichtig. Für mich auf jeden Fall! Aber mein Ego verspürt ab und an das Gefühl sich Platz zu machen und zu signalisieren: Wir beide müssen noch länger miteinander Leben. Nicht das ich keine Reflektion über solchen Inhalt besäße um es als bloße Spinnerei und Egoismus abzutun. Nein, ich tue es auch wirklich! Die wenigsten Entscheidungen, oder Aussagen, die ich treffe sind spontan und ungefiltert. Es gibt Zeiten, da nutze ich meinen Verstand als Werkzeug. Es gibt Zeiten, da nutze ich ihn nicht. Da lasse ich es passieren im Vollen Bewußtsein, ihn jederzeit wieder zu benutzen. In Zeiten des Denkens arbeite ich. In Zeiten des Nichtdenkens bin ich kreativ.

 

Und bei all meinem Sein und tun bin ich doch eines nicht: Unfehlbar. Ich bin keine Maschine, ich bin kein Gott, ich bin kein Allwissender. Wenn in Aussagen treffe, dann entsprechen sie meiner persönlichen subjektiven Meinung – denn nicht nur Einstein wusste: “Alles ist relativ”. Alles was meinem persönlichen Wertsystem entspringt ist neutral für aussehstehende (oder bezogen auf ihr eigenes gut oder schlecht).

Ich bin Rainer Schuster. Und zwar zu 100%. Ich erkenne offensichtliches und ich denke darüber nach. Ich stelle Fragen, obwohl ich die Antworten schon kenne. Macht das Sinn? Ich Rede mit Buchtstaben, Worten und Grammatiken zusammengefasst in Sätzen einer Sprache. Manchmal Deutsch, manchmal Englisch – in letzter Zeit des Öfteren mal Babysprache - ja ich bin in meinen 6 Monate alten Sohn vernarrt. Natürliche Sprache ist oft semantisch uneindeutig. Und trotzdem können wir damit kommunizieren. Daraus folgere ich, dass Sprache implizit fehlerbehaftet ist. Und daraus ergibt sich:

 

Sprache ist ein Model. Aber wie geht das? Kann ich in einem Model kommunizieren? Ja. Klar kann ich das. Wenn ich die Grenzen des Systems, in dem es gültig ist definiere und als Grenzwerte festlege. Bei Sprache reden wir von der Denotation, wenn wir von der eigentlichen Bedeutung des Wortes Reden, die allgemein von allen anerkannt wird. Der Duden schreibt diese nieder. Konotation hingegen ist es, wenn das Wort noch eine beiläufige, oder Nebenbedeutung hat. Daher auch das semantische Problem. Interessant wird es, wenn ich philosophiere. Da nutze ich Sprache um über Sprache zu reden. Das Model um Erkenntnisse über sich selbst zu erlangen. Dann bin ich auf der Meta-Ebene. Deshalb weiß ich schon viel über das Model, seine Grenzen, Werte und Normen und damit auch den Risiken und Fehlern, die es mit sich bringt.

 

Wenn ich, Rainer Schuster, also mit jemandem Rede, hoffe ich doch im Sinne der Denotation der deutschen oder englischen Sprache das gleiche zu meinen wie mein gegenüber. Mit meinem Sohn ist das Momentan durchaus eine Herausforderung, da ich “Babyisch” nicht sehr gut kann.

 

Was passiert bei dir, lieber Leser, wenn du einen Befehl erhällst? Wie fühlst du dich? Was denkst du von deinem Gegenüber? Verspürst du dabei evlt. Gefühle wie Wut, Hass, Angst, Furcht, Aggression? Ich tue es manchmal und bin mir darüber bewußt, dass ich gerade in diesem Zustand bin. Leider schaffe ich es noch nicht (aber ich übe daran) diese Gefühle sachlich zu betrachten und sie zu ignorieren.

 

Was passiert bei dir, wenn du Fragen stellst? Wie fühlst du dich? Was denkst du von deinem Gegenüber? Denkst du, deine Gegenüber interessiert sich für dich, weil er dir eine Frage stellt? Fühlst du dich attraktiver? Ist es ein Moment, auf den dein Ego wartet um eine brilliante Antwort geben zu können? Oder antwortest du einfach, weil du es kannst?  Wenn ich eine Frage stelle, dann tue ich das, weil mein Wertsystem und meine “Wissensbasis” den mein Verstand vereint keinen Treffer in der Suchanfrage findet. Oder … weil ich die Antwort ganz genau kenne, aber meinem Gegenüber nicht das Gefühl eines Befehles vermitteln will.

 

Ich, Rainer Schuster, bin jemand, dem es wichtig ist, sein Gegenüber zu verstehen und von seinem Gegenüber verstanden zu werden. Nicht um des Wissens willen, sondern des sozialen Mitgefühls halber. Wer in der Schule in Sozialkunde aufgepasst hat, und sich daran noch erinnert, weiß wohl um den Zustand des Menschen als soziales Wesen. Wir leben in einer Gemeinschaft, in der Familie, dem Dorf, der Stadt, dem Landkreis, dem Land, dem Bund, dem Staat, der Welt. Einige eher enger verbunden, die anderen eher lose. Ein anderer sozialer Kulturkreis ist die Geschäftswelt. Firma, Externer Projektpartner, Projektmanagement usw.

 

Deshalb stelle ich Fragen und gebe Antworten. Wer implizit denkt und handelt wird von mir viele Fragen gestellt bekommen. Nicht weil ich es nicht wissen kann, sondern weil ich in den meisten Fällen interpretieren muss. In meinem kleinen kulturellen Sozialkreis Familie gibt es einen Spruch: “Mein Kopf ist nicht dein Kopf!”

 

Ich sehe das Offensichtliche, ich sehe nicht das Verborgene!

  1. Kann ein Erkennender erkennen?
  2. Kann ein Nichterkennender erkennen?
  3. Was unterscheidet den Erkennenden vom Nichterkennenden?
  4. Kann der Nichterkennende denken er würde erkennen?
  5. Woher weiß der Erkennende, dass er einer ist?
  6. Woher weiß der Erkennende, dass er kein Nichterkennender ist?

Ich bin, also denke ich nur wenn es sein muss!

DotNetKicks-DE Image
Published Mittwoch, 24. November 2010 21:46 von Rainer Schuster
Abgelegt unter:

Kommentare

# re: Rainer Schuster - Bin ich? wie, wer, was?

Samstag, 27. November 2010 16:32 von hmmm...

bla blub...

Kommentar abgeben

(verpflichtend) 
(verpflichtend) 
(optional)
(verpflichtend)